Die Churburg: Ein Erlebnis für Groß und Klein

Zeitreise im Vinschgau: Ritterrüstungen, Bergpanorama und der Charme Südtirols

Ein Ausflug, der Generationen verbindet: Von den funkelnden Ritterrüstungen auf der Churburg bis hin zu den romantischen, geschichtsträchtigen Gassen der kleinsten Stadt Südtirols.

Ein absolutes Muss und vor allem ein Erlebnis, das begeistert! Von Ende März bis Anfang November hat die Churburg geöffnet und man kann sie exklusiv mit einer Führung besichtigen. Deshalb empfehlen wir eine Reservierung vorab. Bitte beachten Sie auch den Ruhetag am Montag.

Das letzte Mal, als ich die Churburg besucht habe, war ich noch ein Kind. Doch ich konnte mich daran erinnern, wie begeistert ich schon damals war. Ein absolutes Highlight war natürlich die Kammer mit den Ritterrüstungen und der Fanshop – dort gibt es Schwerter aus Holz und andere tolle Spielsachen, die die Fantasie der Kinder anregen.

Nun sind wir noch einmal hin, ohne große Erwartungen, aber mit viel Vorfreude. Als Erwachsener interessiert man sich natürlich viel mehr für die Geschichte hinter der beeindruckenden Burg; man genießt die wunderschöne Aussicht und stellt sich das Leben damals wie heute vor.

„Die Churburg bei Schluderns im Südtiroler Vinschgau wurde um 1250 von den Fürstbischöfen von Chur erbaut. Im 16. Jahrhundert ging sie in den Besitz der Familie Trapp über, die sie bis heute besitzt. Die Burg wurde zu einer prächtigen Wohnburg der Renaissance umgebaut. Dank ihrer guten Erhaltung und zahlreicher Originaleinrichtungen gilt sie als eine der bestbewahrten Burgen Südtirols.“

Die Führung begann pünktlich und war sehr spannend. Da man sich durch die ganze Burg bewegt, ist es sehr abwechslungsreich und es wird nie langweilig. Besonders beeindruckend waren die Wandgemälde im Innenhof, welche den Stammbaum darstellen, und natürlich die große Sammlung der Ritterrüstungen. Es handelt sich dabei um die größte private Rüstkammer Europas.

Während man sich durch die Churburg bewegt, kann man von jedem noch so kleinen Fenster aus die wunderschöne Aussicht genießen; man sieht die Vinschger Bergwelt und blickt auf Schluderns hinab. Besonders toll finde ich, dass auch die Kinder Spaß an der Führung haben – das macht sie ideal für einen Mehrgenerationen-Ausflug.

Verbinden würde ich den Ausflug immer mit einem Abstecher nach Glurns, der kleinsten Stadt Südtirols. Wer die prunkvollen Rüstkammern der Burg verlässt, findet in den schmalen Gassen der Stadt die perfekte Fortsetzung einer Zeitreise in die Vergangenheit. Umschlossen von einer vollständig erhaltenen Ringmauer mit ihren drei imposanten Tortürmen, atmet Glurns Geschichte an jeder Ecke. Besonders die romantischen Laubengänge laden zum Verweilen ein und erzählen von jener Zeit, als die Stadt ein bedeutender Knotenpunkt für den Salzhandel war. Trotz dieser historischen Bedeutung wirkt Glurns heute herrlich unaufgeregt und authentisch. Ein Spaziergang durch die Stadt bildet den idealen Kontrast zur herrschaftlichen Macht der Burg und macht den besonderen Reiz des Vinschgaus erst richtig spürbar.

Für die Verpflegung können wir einen Besuch im Restaurant Flurin wärmstens empfehlen.

Event-Highlights in Glurns

Wer im Spätsommer anreist, sollte sich die Palabiratage im September nicht entgehen lassen. Diese sind der alten Vinschger „Pala-Birne“ gewidmet und bieten unter den historischen Lauben eine wunderbare Mischung aus kulinarischen Köstlichkeiten und lokalem Handwerk. Es ist die perfekte Zeit, um nach einer Burgführung die herbstliche Atmosphäre der Stadt zu genießen.

Ein echtes Spektakel ist der Sealamorkt (Allerseelenmarkt) am 2. November. Als einer der größten Märkte des Alpenraums zieht er Besucher von nah und fern an. Wo früher Vieh und Wintervorräte gehandelt wurden, herrscht heute ein buntes, authentisches Markttreiben, das die mittelalterlichen Gassen in eine pulsierende Bühne verwandelt.

Besinnlicher wird es beim Glurnser Advent im Dezember. Fernab vom üblichen Weihnachtskitsch setzen die Glurnser auf „Licht, Düfte und Klänge“. Wenn die Fackeln die Stadtmauer beleuchten und handgefertigte Waren unter den Bögen angeboten werden, fühlt man sich endgültig in eine andere Zeit zurückversetzt. Über das Jahr verteilt ergänzen zudem die verschiedenen Laubenmärkte das Angebot und laden dazu ein, regionale Spezialitäten direkt von den Erzeugern zu entdecken.